Page 3 - Saarländisches Ärzteblatt, Juli-Ausgabe 2019
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editorial

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

in dieser Ausgabe des Saarländischen Ärzteblattes informiert unser Versorgungswerk über neue
Leistungsangebote: die Möglichkeit zur Inanspruchnahme einer Teilrente und die einer hinaus­
geschobenen Altersrente. Beide neuen Leistungsmodule sind von der Vertreterversammlung auf
Empfehlung des Vorstandes beschlossen worden und inzwischen auch von der Aufsichtsbehörde
genehmigt.

Mit beiden Angeboten erhöhen wir die Flexibilität beim Übergang von der Arbeitszeit zur
Rentenzeit. Bei der Inanspruchnahme einer Teilrente können zudem steuerliche Vorteile entste­
hen. Wenn Sie sich für eines der Modelle interessieren, nehmen Sie Kontakt mit dem Versor­
gungswerk auf und lassen Sie sich individuell beraten.
Mit dem aktuellen Monat Juli beginnen nicht nur die Sommerferien, sondern auch die neue,
fünfjährige Legislaturperiode der Gremien der Ärztekammer. Im Mai hat fast jeder zweite von
Ihnen sein Wahlrecht wahrgenommen. Dafür sage ich Ihnen allen ausdrücklich Danke! Die hohe
Wahlbeteiligung stellt einen bundesweiten Spitzenwert dar und hat in ganz Deutschland eine
positive Beachtung gefunden.

Die neue Vertreterversammlung und die neuen Vorstände von Ärztekammer und Versorgungswerk
stehen vor wichtigen Aufgaben. Das Versorgungswerk muss in Zeiten anhaltend niedriger Zinsen
eine Rendite erwirtschaften, die unverändert die Rentenzahlungen und Zukunftssicherung
unserer jungen und alten Mitglieder gewährleistet. Dabei steigen die Lebenserwartung und damit
die Laufzeit der Renten. Andererseits ist ein Ende der Niedrigzinsphase nicht absehbar!

Neben den berufs- und gesundheitspolitischen Turbulenzen müssen sich Vorstand und Vertreter­
versammlung auch mit besonderen medizinisch-fachlichen Themen beschäftigen:
Die demografische Entwicklung geht weiter, damit nehmen Multimorbidität und altersspezi­
fische Probleme zu. Hierunter fallen auch zunehmend degenerative Erkrankungen und mit z. T.
nicht unerheblichen Schmerzsyndromen. Die notwendige multimodale Schmerztherapie ist kei­
neswegs flächendeckend etabliert. Abhängigkeitserkrankungen bei unkritischer Analgetikagabe
bereiten zunehmend Sorge.

Genderaspekte finden in der medizinischen Diagnostik und Therapie zu Recht eine vermehrte
Beachtung. Hier sind Fortbildungen notwendig, um die unterschiedlichen Symptombilder und
die unterschiedlichen Reaktionsformen auf therapeutische Maßnahmen bei Männern und Frauen
stärker ins Bewusstsein und damit in den medizinischen Alltag zu bringen.
Ein weiteres wichtiges Themenfeld ist die Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung.
Alle Studien zeigen, dass diese am Abnehmen ist. In enger Kooperation mit dem Gesundheits-
und dem Kultusministerium sehen wir hier die Aufgabe, uns gerade im Bereich des Schulu­ nter­
richtes einzubringen, um aktiv auf Verbesserungen hinzuwirken.

Es bleiben also für die neuen Gremienmitglieder wichtige und umfangreiche Zukunftsaufgaben.
Ich wünsche den neuen Vorständen und der neuen Vertreterversammlung eine glückliche Hand
bei allen Entscheidungen, Tatkraft und Visionen zur erfolgreichen Gestaltung der Zukunft.

Mit kollegialen Grüßen

Ihr

Josef Mischo                                        3
Präsident
              Saarländisches Ärzteblatt n Ausgabe 7/2019
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