Page 7 - Saarländisches Ärzteblatt, Oktober 2026
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AUS DER ÄR Z TEK AMMER                                        Ä R
                                                                                                                    Z

                                                                                                                    TEK
                                                        Fotos: Versorgungswerk   genehmigt werden. Am 31.12.2024 wurde erstmals die maxi­  A MMER
                                                           male satzungsgemäße prozentuale Höhe der Verlustrücklage
                                                           von sechs Prozent der Bilanzsumme erreicht.
                                                           Ein wichtiger Bestandteil  des  Risikomanagements  sind die
                                                           seit 2018 zweimal jährlich durchgeführten Stresstests. Dabei
                                                           werden  erhebliche  negative  Veränderungen  an  den  Kapital­
                                                           märkten  simuliert  und  deren  Auswirkungen  auf  die  wirt­
                                                           schaftliche und bilanzielle Situation des Versorgungswerkes
                                                           untersucht. Die Berechnungen zeigten, dass das Versor­
                                                           gungswerk  mit  der  Zinsschwankungsreserve  die  Auswirkun­
                                                           gen  aller  Szenarien  aktuell  abfedern  könnte,  ohne  die  Ver­
                                                           lustrücklage anzutasten.
                                                           Herausforderungen der kommenden Jahre

      Das „Haus der Ärzte” wurde modernisiert. Im Herbst 2013 waren die
      Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Das Ärztehaus präsentiert sich   Auch ein erfolgreiches Versorgungswerk steht vor langfristi­
      seither als moderne Büroimmobilie.                   gen Herausforderungen. Die anhaltenden Veränderungen an
                                                           den  Kapitalmärkten  erschweren  die  Erwirtschaftung  ausrei­
      möchten ihre Tätigkeit nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt   chender Kapitalerträge. Hinzu kommt die gestiegene Lebens­
      vollständig beenden, sondern schrittweise reduzieren.  erwartung,  die  zu  längeren  Rentenbezugszeiten  und  damit
      Das Versorgungswerk hat auf diese Entwicklung reagiert. Seit  zu zusätzlichen finanziellen Anforderungen führt.
     August 2019 kann die reguläre oder vorgezogene Altersrente   Eine  nachhaltige  Kapitalanlage  und  eine  angemessene
      auch als Teilrente in Höhe von 30, 50 oder 70 Prozent der bis   Risikovorsorge bleiben daher zentrale Aufgaben für die kom­
     zum Rentenbeginn erworbenen Anwartschaften in Anspruch   menden Jahre. Der weitere Aufbau von Reserven soll dazu
      genommen werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, den   beitragen,  auch  in  einem  volatilen  Kapitalmarktumfeld  die
      Rentenbeginn bis zum 70. Lebensjahr hinauszuschieben. Die   finanzielle  Stabilität  und  die  langfristige  Leistungsfähigkeit
     Anhebung des Alters auf 75 Jahre für das Hinausschieben ist   des Versorgungswerkes zu sichern.
      in Vorbereitung.
      Damit lässt sich der Übergang in den Ruhestand individueller  75 Jahre Verantwortung
      gestalten.  Erwerbseinkommen  und  Rentenbezug  können  für kommende Generationen
      miteinander  kombiniert  werden;  gleichzeitig  können  durch
      weitere Beitragszahlungen zusätzliche Anwartschaften ent­  Die Geschichte des Versorgungswerkes der Ärztekammer
      stehen. Die Altersversorgung wird damit stärker an die unter­  des Saarlandes ist eine Geschichte ärztlicher Selbstver wal­
      schiedlichen Lebens­ und Berufsmodelle der Mitglieder ange­  tung.  Was  1951  aus  der  wirtschaftlichen  Notlage  der  Nach­
      passt.                                               kriegszeit und dem Wunsch nach eigenständiger sozialer
                                                           Sicherung entstand, hat sich zu einer etablierten und leis­
      Kapitalanlage als Grundlage der Zukunftssicherung    tungsfähigen Einrichtung entwickelt.
                                                           Die  Grundidee  ist  dabei  über  75  Jahre  unverändert  geblie­
      Das  Versorgungswerk  wird  seit  seiner  Gründung  nach  dem   ben:  Die  Angehörigen  des  Berufsstandes  übernehmen  ge ­
      offenen  Deckungsplanverfahren  geführt.  Für  seine  langfris­  mein sam  Verantwortung  füreinander.  Eigenständigkeit,  Soli­
      tige  Stabilität  sind  deshalb  sowohl  die  Entwicklung  des  Mit­  da rität und langfristige finanzielle Vorsorge bilden die Säulen
      gliederbestandes als auch die Erträge aus den Kapital anlagen   dieses Modells.
      von zentraler Bedeutung.                             Das  Jubiläum  ist  deshalb  nicht  nur  Anlass  für  einen  Blick
      Über Jahrzehnte ist es gelungen, Eigenkapital und Deckungs­  zurück. Es ist zugleich Verpflichtung für die Zukunft. Die Rah­
      rücklage aufzubauen und gleichzeitig die Verwaltungskosten   menbedingungen  werden  sich  weiter  verändern  –  ebenso
      niedrig zu halten. Zum 31.12.2022 konnte der Rechnungszins   wie die Arbeitswelt, die Lebensentwürfe und die Erwartungen
      von 4,00 % auf 3,875 % abgesenkt werden.             der  kommenden  Generationen  von Ärztinnen und  Ärzten
      Die  Bilanzsumme  ist  zum  31.12.2025  auf  1,585  Milliarden   sowie Zahnärztinnen und Zahnärzten.
      Euro angewachsen. Zudem wurden Instrumente zur Absiche­  Die Aufgabe des Versorgungswerkes bleibt es, diese Ver­
      rung  gegen  Schwankungen  an  den  Kapitalmärkten  aufge­  änderungen  frühzeitig  aufzugreifen  und  die  berufsständi­
      baut.  Dazu  gehört  insbesondere  die  seit  2016  sukzessive   sche Versorgung so weiterzuentwickeln, dass sie auch künf­
      gebildete Zinsschwankungsreserve. Der Zinsschwankungs re­  tig verlässlich, leistungsfähig und generationengerecht bleibt.
      ser ve konnten per 31.12.2025 insgesamt 130 Mio. € zugeführt  75  Jahre  Versorgungswerk  sind  damit  vor  allem  75  Jahre
      werden. Die Zuführung von weiteren 30 Mio. € ist beschlos­  gelebte  Verantwortung:  Verantwortung  für  den  eigenen  Be ­
      sen und muss noch von der Vertreterversammlung der  rufsstand, Verantwortung füreinander und Verantwortung    7
     Ärztekammer und von der Versicherungsaufsichtsbehörde   für die Generationen, die nach uns kommen.

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