Page 12 - Saarländisches Ärzteblatt, März 2026
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FOR TBILDUNG  Malformation erreichender Kontrastmittelaufnahme, bestä-  Casus 2: Kindliche venöse Malformation an der Stirn:
                             ÄR Z TLICHE FORTBILDUNG






           tigten den Befund einer venösen Malformation bzw. Misch-
           malformation mit zwei mehr rundlich konfigurierten neben-
                                                                Bei  der  Patientin  im  Vorschulalter  zeigte  sich  eine  promi-
           einanderliegenden Anteilen (Abbildung 3a) und b)).   Aethoxysklerol- Schaum-Therapie
                                                                nente, deutlich weiter zunehmende venöse Malformation an
                                                                der Stirn (Abbildung 4). Auf Grund des Wachstums erfolgte
           Der Patient entschied sich zur interventionellen Behandlung   die  Schaum­Therapie  mit  Aethoxysklerol.  Zur  fluoroskopi-
           mit  Aethoxysklerol­Bleomycin­Schaumtherapie.  Der  Eingriff    schen Überwachung wurde ein dediziertes Angiographie-
           erfolgte in allgemeiner Intubationsnarkose im Angiographie-  Kinderprogramm eingesetzt und lediglich Durchleuch tungs-
           Saal. Es wurde jeder Anteil der venösen Malformation einzeln   aufnahmen  angefertigt. Dadurch  erfolgte  eine  nur  mini-
           nach sonographischer Punktion zunächst mit Röntgen kon-  malste Strahlenexposition.
           trastmittel  unter  fluoroskopischer  Überwachung  aufgefüllt;
           dabei können ggf. aufnehmende Venen erkannt werden.  Casus 3: Venöse Malformation am Hals: Angiographischer
           Anschliessend erfolgte die Applikation eines Schaumes aus   Feeder-Verschluss und Bleomycin-Schaum-Therapie
           Aethoxysklerol  3%  und  Bleomycin  mit  steriler  Luft.  Die   Die  Mitte  30-  jährige  Patientin  klagte  über  Schmerzen  im
           Verteilung konnte durch die Verdrängung des vorab injizier-  Hals, Nacken- und Schulterbereich, welche seit der Schwan-
           ten  Kontrastmittels  röntgenologisch  gut  überwacht  werden   gerschaft bemerkt wurden und unter Belastung deutlich
           und ein Übertritt in die aufnehmende Vene verhindert wer-  zunahmen.  Die  strukturelle  MRT  zeigte  eine  große  venöse
           den (Abbildung 3 c)-h)). Die Schwellung hat sich zurückgebil-  Malformation, von nuchal entlang der Halsweichteile und des
           det,  der  Patient  war  auch  in  den  mittelfristigen  weiteren   Schultergürtels bis dorsal der Schulter reichend (Abbildung
           Verlaufskontrollen beschwerdefrei.                   2 a). Sonographisch und in der 4D-MRA zeigten sich zwei















































           Fortsetzung Abbildung 3: c) – e) Durchleuchtungsaufnahmen während der Aethoxysklerol-Bleomycin-Schaum-Therapie. Zunächst wird der craniale
           Anteil behandelt (c) – e)) und dann der caudale Anteil (f)-h). Nach sonographisch gesteuerter Punktion zunächst Kontrastmittelgabe unter
   12      Röntgendurchleuchtung und Auffüllen der Malformation (c), d) und f). Sodann wird unter road-map der Schaum appliziert (e) und g), welcher sich
           durch die Kontrastmittelverdrängung weißlich darstellt. In der Abschlussaufnahme (h), wiederum nur Durchleuchtungsaufnahme)  ist die
           Malformation vollständig erreicht, das Kontrastmittel durch den Schaum nur noch weniger dicht abgrenzbar.

           Saarländisches Ärzteblatt     Ausgabe 3/2026
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