Page 9 - Saarländisches Ärzteblatt, Oktober 2026
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AUS DER ÄR Z TEK AMMER                                        Ä R
                                                                                                                    Z

                                                                                                                    TEK
      Feierliche Eröffnung des Fortbildungsjahres                                                                   A MMER


















      Kammerpräsident Dr. Markus Strauß (r.) mit Vertreterinnen und Vertretern der diesjährigen preistragenden Einrichtungen: Willi-Graf-Realschule
      Saarbrücken, Theodor-Heuss-Gymnasium Sulzbach und Drogenhilfe Saarbrücken (v.l.)

     Am 16. September fand im Haus der Ärzte die feierliche
      Eröffnung des Fortbildungsjahres 2026/2027 statt. Diese be ­
      schäftigte sich in diesem Jahr mit dem medizinisch und
      gesellschaftlich relevanten Thema Suchtmedizin. „Auf dem
      diesjährigen 130. Deutschen Ärztetag in Hannover stand das
     Thema ‚Suchtmedizin im Wandel – Ärztliche Verantwortung
     zwischen Prävention, Versorgung und Regulierung’ im Mittel­
      punkt eines ganzen Sitzungstages“, sagte Kammerpräsident
      Dr.  Markus  Strauß  bei  seiner  Eröffnungsrede  und  ergänzte:                                       Fotos: aeksaar
     „Die Abgeordneten forderten dort eine Wende in der Sucht­
      medizin:  mehr  Prävention,  eine  Stärkung  der  Suchthilfe  mit
      der Möglichkeit früher Interventionen, eine Förderung sucht­  Festredner und Suchtexperte Dr. med. Maurice Cabanis, Staatssekretärin
      medizinischer  Kompetenzen  in  der  ärztlichen  Aus­,  Wei ter­   Bettina Altesleben, Kammerpräsident Dr. Markus Strauß
      und Fortbildung sowie einen Abbau der fortdauernden Stig­

      matisierung von Suchtkranken. Genau diesem Auf trag wollen   Graf­ Realschule Saarbrücken wurden zwei Schulen ausge­
      wir mit unserem Fortbildungsjahr Rechnung tragen.“   zeichnet, die mit ihren stufenübergreifenden Präventions­
      Nach dem aktuellen Jahrbuch Sucht der Deutschen Haupt­  projekten ihre Schülerschaft unter anderem dazu befähigen,
      stelle für Suchtfragen sind rund zwei Millionen Menschen in   sich kritisch mit dem Thema Sucht auseinanderzusetzen. Als
      Deutschland alkoholabhängig, bis zu 1,9 Millionen medika­  drittes ging der Preis an den Bereich Suchtprävention der
      mentenabhängig und schätzungsweise 170.000 von illegalen   Drogenhilfe Saarbrücken zur Förderung des Projekts „Vape­
      Opiaten abhängig. Auf diese Zahlen ging auch Staats sek re tä­  Workshop“.  Das  Projekt  richtet  sich  vornehmlich  an  die
      rin Bettina Altesleben ein, die als saarländische Landesbeauf­  Jahrgangsstufen  5  und  6  an  den  weiterführenden  Schulen
      tragte für Drogen und Sucht ein Grußwort sprach. „Wenn   mit dem Ziel, den Einstieg in den Vape­Konsum zu verzögern
      über Sucht gesprochen wird, steht an erster Stelle meist die   und bestenfalls zu verhindern.
     Abhängigkeit von Suchtmitteln, seien sie legal oder illegal.  Referent des diesjährigen Festvortrages war Dr. med.
      Nicht­stoffgebundene  Abhängigkeiten  sind  oft  noch  ein   Maurice Cabanis. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Sucht­
     Tabuthema, auch wenn die Folgen gravierend sind: seien es   medizin  und  Abhängiges  Verhalten  am  Klinikum  Stuttgart
      finanzielle Probleme, soziale Isolation und psychische Belas­  und Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für
      tungen  und  gesundheitliche  Schäden“,  mahnte  die  Staats­  Suchtmedizin begeisterte das Publikum mit seinem Vortrag
      sekretärin und verwies auf Verhaltensabhängigkeiten, die in   über Herausforderungen und Vorurteile in der Suchtmedizin.
      der Bevölkerung weit verbreitet sind, jedoch  noch immer  Abhängigkeitserkrankungen müssten medizinisch,  psycho­
      unterdiagnostiziert sind. „Leider wird die Anzahl der Sucht­  therapeutisch und  gesellschaftlich  neu  gedacht werden.
      medizinerinnen und  ­mediziner immer kleiner. Trotz vieler  Allem voran brauche es in der Suchtmedizin eine Kultur, die
     Anstrengungen seitens der Ärztekammer sowie der Kas sen­  den suchtkranken Menschen willkommen heißt.
      ärztlichen Vereinigung ist es schwierig Nachwuchs für diesen   Im Vorfeld der Eröffnungsfeier wurde mit Dr. Maurice Caba­

      Bereich zu gewinnen“, ergänzte Altesleben und be tonte die   nis  und  PD  Dr.  med.  Ulrich  Seidl,  Landesarzt  für  Men schen
      Wichtigkeit der Vergabe des diesjährigen Gesund heitspreises   mit chronischer Suchtmittelabhängigkeit, eine neue Folge
      an ein Suchtpräventionsprojekt.                      von „Kammergespräche“, dem Podcast der Ärzte kam mer des
      In diesem Jahr wurde dieser an drei Projekte verliehen. Mit   Saarlandes, aufgenommen. Diese finden Sie auf der Kammer­  9
      dem  Theodor­Heuss­Gymnasium  Sulzbach  und  der  Willi­  Website.

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