Page 14 - Saarländisches Ärzteblatt, März 2026
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FOR TBILDUNG rungsaufnahme erfolgte die Sklerosetherapie mit Bleomycin- war (Casus aus Abbildung 1a)). Um eine Ausbreitung in die
ÄR Z TLICHE FORTBILDUNG
Kontrastmittel-Gemisch über einen transoralen Zugang unter Nachbarstrukturen zu vermeiden und die Anzahl an Ein-
griffen zu limitieren, erfolgte bei dieser Patientin die BEST
bi-planer Röntgenüberwachung (Abbildung 5).
Therapie bereits als Kleinkind (Abbildung 7a)c)). Der Eingriff
Casus 5: Venöse Malformation der Wange: BEST wurde sehr gut toleriert, die postinterventionelle Schwellung
17-jährige junge Frau mit venöser Malformation der rechten wurde mit Kühlungen behandelt und das Kind konnte am
Wange, übergreifend auf den Nasenflügel (Abbildung 6 a) Folgetag bereits entlassen werden. Zur fluoroskopischen
und b)). Nach sonographisch gesteuerter Punktion Einbringen Überwachung wurde wiederum ein dediziertes Niedrigdosis-
eines Bleomycin-Kontrastmittelgemisches und dann Elektro- Angiographie-Kinderprogramm eingesetzt und lediglich
poration mit einer sogenannten Fingerprint-Elektrode (Ab - Durchleuchtungsaufnahmen angefertigt mit dadurch insge-
bildung 6 c) – e)). In der Kontrolle nach gut 3 Monaten war der samt nur sehr geringer Strahlenexposition.
Be fund vollständig rückläufig und die Patientin beschwerdefrei.
Diskussion
Casus 6: Venöse Malformation der Fossa temporalis
bei einem Kleinkind: BEST Die Behandlung einer venösen Malformation erfolgt wenn
Die Vorstellung des gut 1,5-jährigen Kindes erfolgte bei einer diese symptomatisch wird, bei deutlichem Progress oder
Schwellung rechts temporal durch eine venöse Malformation drohender Funktionseinschränkung der Nachbarstruktu -
bzw. venös-lymphatische Mischmalformation, welche in den ren 2,4,5,7 . Im Kopf-Hals-Bereich kommen kosmetische Aspekte
vergangenen Wochen nochmals deutlich grösser geworden hinzu.
Abbildung 5: Große venöse
Malformation paramedian rechts
im Rachen, MRT vor Behandlung,
a) axiale T2-TSE und b) sagittale T1
mit Fettunterdrückung nach
Kontrastmittelgabe. Das punctum
maximum der Malformation liegt auf
Höhe der Dens-Spitze (weißer Stern).
Fortsetzung Abbildung 5: c) posterior-anterior Durchleuchtungsaufnahme der transoralen Punktion mit einer 21G-Nadel (Pfeil) unter röntgenologi-
schen Landmarken rechts paramedian auf Höhe der Dens-Spitze (weißer Stern). Es wurde ein Spreitzer und ein Kolben einer 10ml Spritze für die
14 Schienung des transoralen Zugangweges eingebracht (Pfeilköpfe). d) roadmap während der Injektion des Bleomycin-Kontrastmittelgemisches mit
guter intraläsionaler Verteilung (gestrichelte Pfeile). e) seitliche Durchleuchtungsaufnahme bei der Gabe des Sklerosemedikamentes (gestrichelte
Pfeile) auf Höhe der Dens-Spitze (weißer Stern) über die transoral eingeführte Nadel (weißer Pfeil).
Saarländisches Ärzteblatt Ausgabe 3/2026

