Page 16 - Saarländisches Ärzteblatt, Oktober 2026
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FOR TBILDUNG ÄR Z TLICHE FORTBILDUNG
Abbildung 2: Darstellung der altersstandardisierten Inzidenzraten ausgewählter hämatologischer Neoplasien. Diagnosejahre 2014 – 2023.
Bei den Lymphomen und Plasmazellerkrankungen (Abbildung Mustern und sind konsistent mit bundesweiten Beobach
2a und b) wiesen Männer überwiegend höhere Inzidenzraten tungen.
auf als Frauen. Besonders deutlich war der Geschlechts
unterschied bei der Diagnosegruppe der nicht follikulären Ergänzend zur epidemiologischen Deskription wurden die
Lymphome. Im Jahr 2023 lag die Inzidenzrate bei Männern fünf häufigsten im Krebsregister dokumentierten systemi
bei etwa 10,0 pro 100.000 und bei Frauen bei 6,4 pro 100.000. schen Therapiesubstanzen für die QK nach Entität ausgewer
Plasmazellerkrankungen (C90 und C90.0) zeigten bei Män tet. Die Darstellung erfolgt auf Substanzebene als Anteil an
nern mit etwa 7 bis 8 pro 100.000 höhere Raten als bei allen Behandelten pro Jahr und ICDCode. Beim Hodgkin
Frauen mit etwa 2 bis 3 pro 100.000. Die T und NKZell Lymphom zeigten sich über den gesamten Beobachtungs
Lymphome wiesen bei beiden Geschlechtern die niedrigsten zeitraum stabile und gleichmäßig verteilte Substanzanteile,
Inzidenzraten auf und lagen unter 1 pro 100.000 Personen. so wurden unter anderem durchgängig Dacarbazin, Doxo ru
bi cin, Bleomycin und Etoposid dokumentiert. Diese Wirk
Bei den Leukämien (Abbildung 2c und d) zeigten sich eben stoffe werden in etablierten Therapiekonzepten wie ABVD
falls deutliche Geschlechtsunterschiede. Männer waren mit und BEACOPP eingesetzt (Leitlinienprogramm Onkologie,
Raten von 7,2 für lymphatische Leukämien und 6,7 für myelo 2022a). Beim follikulären Lymphom war Rituximab die am
ische Leukämien pro 100.000 Männer im Jahr 2023 häufiger häufigsten dokumentierte Substanz. Ergänzend wurden Vin
betroffen als Frauen, bei denen die Raten für lymphatische cristin, Cyclophosphamid und Bendamustin erfasst. Das
und myeloische Leukämien jeweils bei 4,0 pro 100.000 lagen. beobachtete Substanzspektrum umfasst damit Wirkstoffe,
Bei Männern stieg die Rate für lymphatische Leukämien die unter anderem im Rahmen von RCVP und in Kombi
zunächst bis 2016 an und nahm anschließend auf 7,2 pro nationen aus Rituximab und Bendamustin eingesetzt werden
100.000 im Jahr 2023 ab. Bei Frauen schwankten die Raten im (Leitlinienprogramm Onkologie, 2020). Für das DLBCL gehör
Beobachtungszeitraum, ohne einen eindeutigen langfristigen ten Cyclophosphamid, Doxorubicin, Prednison, Rituximab
16 Trend zu zeigen. Diese Geschlechtsunterschiede in den Inzi und Vincristin zu den am häufigsten dokumentierten Subs
denzraten entsprechen den bekannten epidemiologischen tanzen. Diese Wirkstoffe sind auch Bestandteile des etablier
Saarländisches Ärzteblatt Ausgabe 10/2026

