Page 19 - Saarländisches Ärzteblatt, Oktober 2026
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ÄR Z TLICHE FORTBILDUNG




      ab und können die klinische Differenzierungstiefe moderner  epidemiologische  Abbildung  hämatologischer  Erkrankungen   FOR TBILDUNG
      hämatologischer  Diagnosen  nur  annäherungsweise  wider­  weiter verbessert werden muss. Eine enge Zusammenarbeit
      spiegeln. Trotz der beschriebenen Limitationen der register­  zwischen  Kliniken,  pathologischen  und  molekularpathologi­
      basierten Abbildung weist das dokumentierte Substanz­  schen  Einrichtungen  sowie  dem  Krebsregister  ist  hierfür
      spektrum für die meisten Entitäten deutliche Bezüge zu den   wesentlich,  um  differenziertere  Auswertungen  zu  ermögli­
      in den jeweiligen S3­Leitlinien beschriebenen Therapiekon­  chen und die Qualitätssicherung der hämatologischen Ver­
     zepten auf.                                           sorgung weiterzuentwickeln.

      Die drei untersuchten leitlinienbasierten QI zeigten unter­ Danksagung
      schiedliche Erfüllungsraten. Für den QI2 (R­CHOP bei DLBCL)
      lag die Erfüllungsrate insgesamt bei 85%. Dabei zeigten sich   Das  Krebsregister  Saarland  bedankt  sich  ganz  herzlich  bei
      Unterschiede  zwischen  den  Altersgruppen  mit  92%  bei  den   allen meldenden Ärztinnen und Ärzten  im  Saarland  für  die
      unter 50­Jährigen, 75% bei den 50­ bis 69­Jährigen und 95%  fortdauernde konstruktive Zusammenarbeit. Die Mitwirkung
      bei den 70­ bis 80­Jährigen. Insbesondere die niedrigere Rate   bei der Krebsregistrierung durch Meldungen ermöglicht eine
      in  der  Altersgruppe  von  50  bis  69  Jahren  fällt  auf.  Denkbar  möglichst vollzählige und vollständige Abbildung der auftre­
      sind  Unterschiede  in  der  Eignung  für  eine  R­CHOP­  oder  tenden Tumorerkrankungen, deren Versorgung und Verlauf
      R­CHOP­ähnliche Therapie, in der Fallzusammensetzung, im   für die vielfältigen Aufgaben der Krebsbekämpfung.
     Versorgungssetting  sowie  in  der  Dokumentation.  Die  Ur ­
      sachen für diesen Unterschied waren nicht Gegenstand der  Literatur beim Verfasser
      vorliegenden  Auswertung.  Für  den  QI5  (BEACOPP  eskaliert
      bei fortgeschrittenem Hodgkin­Lymphom) lag die Erfüllungs­  Korrespondenzadresse:
      rate bei 71%, wobei die stark eingeschränkte Fallzahl, insbe­  Natalie Rath
      sondere  bei  den  50­  bis  60­Jährigen  mit  nur  15  Fällen,  eine   Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit,
      belastbare statistische Bewertung limitiert. Beim QI3 zeigte   Referat E5, Krebsregister und Epidemiologische Studien
      sich bei den unter 50 Jahre alten Patientinnen und Patienten   E-Mail: n.rath@soziales.saarland.de
      mit 75% ein höherer Anteil an dokumentierten Involved­Site­
      oder Involved­Field­Bestrahlungen als in den älteren Alters­                                        Anzeige
      gruppen.  Der  Anteil  betrug  bei  den  50  bis  69  Jahre  alten
      Patientinnen und Patienten 47% und bei den mindestens 70
      Jahre alten Patientinnen und Patienten 52%. Die Unterschiede   Das „Handbuch Physio-
      beziehen sich auf die Art des dokumentierten Bestrahlungs­  therapie“ bietet aktuelles,
      feldes innerhalb der bestrahlten Patientinnen­ und Patienten­  umfassendes, fundiertes,
                                                              evidenzbasiertes Wissen
      gruppe.  Rückschlüsse  darauf,  ob  jüngere  Patientinnen  und   über das gesamte Gebiet
      Patienten häufiger bestrahlt wurden oder ob bei ihnen häufi­  der Physiotherapie.
                                                              Es richtet sich an alle
      ger ein frühes Erkrankungsstadium mit kurativem Therapie­  Physiotherapeuten und
      ansatz vorlag, sind anhand dieses QI nicht möglich. Aufgrund   Ärzte in Ausbildung und
      der geringen Fallzahl, insbesondere in der jüngsten Alters­  Praxis, aber auch an
                                                              weitere Berufsgruppen,
      gruppe,  ist  die  altersspezifische  Auswertung  nur  einge­  die mit den Belangen der
      schränkt interpretierbar. Darüber hinaus zeigen aktuelle Stu­  Gesundheitsversorgung
                                                              betraut sind.
      dien wie  die HD21­Studie  (BrECADD) und  die  SWOG­S1826­
      Studie (Nivolumab­AVD) beim Hodgkin­Lymphom, dass sich
      die Erstlinientherapie im Wandel befindet und dies die künf­
      tige Bewertung des QI5 beeinflussen könnte (Borchmann et   Bibliographische Angaben
                                                              1.760 Seiten
      al., 2024; Herrera et al., 2024).                       340 Abb., Flexcover
                                                              ISBN: 978-3-86867-647-1
                                                              2. Auflage 2023

      Die  Ergebnisse  der  regionalen  QK  des  Krebsregisters  Saar­  € 38,50
      land  zeigen,  dass  die  epidemiologischen  Kennzahlen  und
      Überlebensraten im Saarland weitgehend mit den bundes­
      weiten Referenzwerten übereinstimmen und die untersuch­
      ten QI unterschiedliche, zum Teil hohe Erfüllungsraten auf­
      weisen. Die registerbasierte Analyse ermöglicht eine wert­
      volle Außenperspektive auf die Versorgungsrealität und   Das umfassende Nachschlagewerk für alle Heilberufe
      schafft eine gemeinsame Diskussionsgrundlage für die betei­

      ligten Versorgungseinrichtungen. Die strukturellen Grenzen   in vollständig überarbeiteter Auflage.
      der  ICD­10­Kodierung  und  die  zunehmende  Komplexität   Bestellung online auf www.kvm-medizinverlag.de    19
      moderner  Therapiekonzepte  zeigen,  dass  die  klinische  und

                                                                                Saarländisches Ärzteblatt     Ausgabe 10/2026
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