Page 21 - Saarländisches Ärzteblatt, Oktober 2026
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AUS WISSENSCHAF T UND FOR SCHUNG


      Früherkennung bei Kopf­Hals­Tumoren entscheidend

      Studie des UKS bei erneut aufgetretenen Tumoren



      Im  Rahmen  einer  von  der  Deutschen  Krebshilfe  geförder-  derten  RePaIr­HN­Studie  ist  die  Homburger  Klinik  federfüh­
      ten Studie zu erneut aufgetretenen Kopf-Hals-Tumoren wird   rend. Die Studie ist 2025 gestartet und wird seit Beginn von
      am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) ein neuarti-  Homburg  aus  geleitet  und  koordiniert.  Aktuell  sind  insge­
      ges immunologisches Behandlungskonzept angeboten.    samt 21 Therapiezentren in Deutschland und der Schweiz an
      Mit etwa 16.000 Neuerkrankungen in Deutschland pro Jahr  der Studie beteiligt.
      gehören  Kopf­Hals­Tumore  zu  den  zehnthäufigsten  Krebs­  In diesem internationalen Konsortium wird die Kombination
      erkrankungen  des  Menschen.  Sie  können  im  Mund­  und   einer  erneuten  Radiochemotherapie  (Re­Radiochemo thera­
      Rachenraum, aber auch im Kehlkopf, in der Nase oder in den   pie)  gefolgt  von  einer  Immuntherapie  mit  dem  Wirkstoff
      Speicheldrüsen  auftreten.  Fast  immer  haben  sie  einen  gro­  Pembrolizumab  untersucht.  Bei  diesem  Ansatz  soll  ausge­
      ßen  Einfluss  auf  wichtige  Körperfunktionen  wie  Sprechen,  nutzt werden, dass die durch Strahlentherapie abgetöteten
      Kauen und Schlucken. Zudem beeinflussen sie oft und stark  Tumorzellen  einen  positiven  Effekt  auf  das  Immunsystem
      das  äußere  Erscheinungsbild.  Häufig  ist  eine  schmerzlose   haben. Daten einer vorherigen klinischen Studie haben die­
      Schwellung der Lymphknoten am Hals das erste Symptom,  sen Mechanismus bei Kopf­Hals­Tumoren nachgewiesen. Ge ­
      was allerdings erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium   rade bei einer erneuten Strahlentherapie sind eine hohe
      auftritt. Die Behandlung dieser Tumore erfolgt am UKS inter­  strahlentherapeutische Expertise und eine gute technische
      disziplinär.  So  sind  die  Klinik  für  Hals­,  Nasen­  und  Ohren­  Ausstattung mit modernen Linearbeschleunigern erforder­
      heilkunde, die Klinik für Mund­, Kiefer und Gesichtschirurgie   lich. Denn eine zweite Radiotherapie ist deutlich komplexer
      sowie  die  Klinik  für  Strahlentherapie  und  Radioonkologie   als eine Erstbestrahlung, da das gesunde Gewebe bereits
     zum  Kopf­Hals­Tumorzentrum  zusammengeschlossen.  Darü­  vorbelastet  ist.  Die  Strahlentherapie  des  UKS  verfügt  über
      ber hinaus bestehen Strukturen zur psychoonkologischen   die  notwendige  Technik  und  hohe  Expertise,  zudem  setzen
      oder palliativmedizinischen Betreuung.               die Homburger Expertinnen und Experten schon seit mehre­
                                                           ren Jahren Immuntherapeutika bei Ersterkrankungen ein.
      RePaIr­HN­Studie: Neuer Behandlungsansatz            Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie ist einerseits,
     Trotz einer optimalen Therapie liegt das Risiko für Lokal­  dass  erneut  ein  Kopf­Hals­Krebs  aufgetreten  ist  (=  Rezidiv
      rezidive, also erneute Tumorbildungen, bei bis zu 20 Prozent.  eines  vorherigen  Tumors)  oder  ein  neuer  Kopf­Hals­Krebs
      Befinden  sich  diese  Rezidive  am  Hals,  können  sie  oftmals   (Plattenepithelkarzinom)  festgestellt  wurde.  Daneben  muss
      nicht operiert werden und die Überlebenschancen sind   in  der  Vergangenheit  bereits  eine  Bestrahlung  oder  eine
      schlecht.  Hoffnung  versprechen  neue  Immuntherapien.  Da ­  Radiochemotherapie  erfolgt  sein.  Betroffene  Patientinnen
      bei kommen Medikamente zum Einsatz, die das körperei­  und Patienten aber auch Fachärztinnen und Fachärzte, die
      gene  Immunsystem  dazu  anregen,  die  Krebszellen  zu  be ­  Betroffene behandeln, können sich für Fragen und eine even­
      kämpfen. Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie   tuelle  Studienteilnahme  direkt  beim  Homburger  Studien­
      spielt bei einem dieser Therapieansätze eine zentrale Rolle.  zentrum  melden  (E­Mail:  repair.radonk@uks.eu  oder  Tel.:
      Bei der von der Deutschen Krebshilfe mit 2,7 Mio. Euro geför­  (06841) 16 24688).
                                                                                                          Anzeige






















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